Teil 12 – Resumé: Ente gut, alles gut!

von Jirka Wartenberg | Wieder zurück nach Frankreich, zu meiner Tochter, Julie, die inzwischen verheiratet ist und die mir auch drei Enkelkinder geschenkt hat (2 Jungs, Pierre und Mathieu und ein Mädchen, Anaïs). Das macht nun sechs Enkelkinder und darauf bin ich stolz.

2004 ist der Vater meiner Ehefrau Aude gestorben und wir haben das elterliche Haus in Lille geerbt.  Wir sind in den Norden umgezogen und haben während der nächsten anderthalb Jahre das Haus vollständig renoviert. Da war vieles zu tun, doch wir haben es geschafft.

Mit der Zeit bekamen wir immer mehr Sehnsucht nach dem Süden Frankreichs, nach der Provence.

A propos Provence:

Nicht umsonst glaubt man, daß Gott, wenn er schon einmal Urlaub macht, den in Frankreich verbringt! Hier, im Département der Vaucluse, zu Füssen einer Bergkette mit Namen Luberon, liegt Maubec. Ein typisches Dorf in der französischen Provence, in dem ich lebe. Schauen Sie mal auf den Atlas. Unten, in der Mitte, kurz vor dem Mittelmeer finden Sie Avignon (die Stadt der Päpste) und 20 km östlich davon die Stadt Cavaillon. Sie finden dann die Luberon-Bergkette und die kleinen Städte Maubec, Gordes, Bonnieux, Roussillon, Robion usw, wo alle Leute gern ihren Urlaub verleben und für die Menschen, die genug, nein, viel Geld haben, also Engländer, Holländer, Deutsche und auch Franzosen, sich gern ein Haus kaufen möchten! Wir wohnen hier zur Miete und haben Blick auf Weinfelder und die Berge des Luberon.

Von April an sind hier Temperaturen von 20 bis 25° normal, im Sommer geht es dann regelmässig bis auf 35° und oft sitzen wir noch bis Ende Oktober draussen. Hier sind Einladungen unter Freunden am Mittag oder am Abend normal – und es gibt immer einen Grund, einen Pastis oder einen Whisky (Apéro) zu trinken. Rotwein und im Sommer vor allem der Roséwein mit Eiswürfeln geht von ganz alleine runter. Das Leben verlangsamt sich während der Hitze des Nachmittags, doch die Abende werden dafür umso länger.

Ein Apéro findet generell gegen 21:30 sein Ende und erst dann fängt man an zu essen: Eingang, Hauptspeise, Déssert und Käse. Dann ein oder zwei Digestifs, um besser zu verdauen.

Dann ist es schon spät in der Nacht, doch noch nicht zu spät, um noch eine Partie Petanque zu spielen.

Dabei werden natürlich die Reste von Rotwein und Rosé nicht abgelehnt. Manche der Ehefrauen fahren dann schon nach Hause, doch die Gatten, nie müde, fangen dann an, Belote zu spielen, ein Kartenspiel, das dem deutschen Skat ähnelt. Na ja, dann ist es schon fast 5 oder 6 Uhr am Morgen und es wird nun wirklich Zeit, in die Heia zu gehen.

Wenn Sie sich nun noch die wunderschönen Farben und die Gerüche der Gewürze auf den Märkten, den fast immer blauen Himmel, die Olivenbäume, das Zirpen der Zikaden, das Rauschen unseres Mistral-Windes und die generell gute Laune der Menschen hinzudenken, dann sind Sie im Süden Frankreichs.

Resumé: warum, weshalb, wieso?…

Zum Abschluss möchte ich einige Gedanken und Beweggründe erwähnen:

Ich habe diese Geschichte hier nicht niedergeschrieben, um irgendwelche Rachegefühle zu befriedigen, doch regt es mich immer wieder auf, wenn ich im Fernsehen Interviews mit ehemaligen Stasimitarbeitern (Ex-Stasis) sehe.

Keiner von ihnen zeigt in irgendeiner Weise Reue! Keiner von ihnen zeigt in irgendeiner Weise Bedauern! „Sie hätten ja schliesslich nur ihre Arbeit getan“. Mann oh Mann!

Daß ich jetzt im wunderschönen Süden Frankreichs leben kann, haben meine Familie und ich teuer bezahlt.

Ich hätte mir gewünscht, daß die verantwortlichen Behörden mir mehr Verständnis und Glaubwürdigkeit geschenkt hätten.

Und nun liebe Leute, würde ich mich sehr über Kontakte, Nachrichten und Eure Meinungen freuen.

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Tschüss et à bientôt!

Jirka Wartenberg

 

PS …übrigens, wer Schreibfehler findet, darf sie gern behalten